Die Geheimnisse des Klosters Voroneț, Bukowina
Über Suceava, Câmpulung Moldovenesc, Gura Humorului, Voroneț und noch 2 Orte
Das Kloster Voroneț wird auch die „Sixtinische Kapelle des Ostens“ genannt (wegen des Freskos an der Westfassade, das das „Jüngste Gericht“ darstellt). Es gehört zu den schönsten Gotteshäusern Mittel- und Osteuropas und steht stellvertretend für die orthodoxe Kultur und die Bräuche der Bukowina.
Das Gotteshaus liegt im Dorf Voroneț, nur 36 km von der Stadt Suceava und 4 km von Gura Humorului entfernt, am Ufer des Flusses Voroneț. Es ist bereits seit 1918 als historisches Denkmal eingestuft und wurde 1993 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Die Geschichte des Klosters ist faszinierend: Sie beginnt im Jahr 1487, als Stefan der Große (Ștefan cel Mare) den Bau beschloss, um den Sieg über die Türken zu feiern. Der Legende nach dauerte der Bau nur 4 Monate, was nur mit göttlicher Hilfe möglich gewesen sei. Das Gotteshaus wurde an der Stelle einer alten Holzkirche errichtet, von der man nicht weiß, aus welcher Zeit sie stammt.
Das Kloster ist auch berühmt für das „Voroneț-Blau“, die Grundfarbe der Außenmalereien. Die Farbe ist weltweit einzigartig und lässt sich nicht mehr reproduzieren. Ihre Besonderheit verdankt sie nicht nur dem blauen Pigment, sondern auch dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber dem ziemlich rauen Klima – dank der Arbeitstechnik der moldauischen Maler. Die Außenmalerei stammt aus der Regierungszeit von Petru Rareș und gilt als das gelungenste Ensemble der feudalen moldauischen Kunst. Sie beeindruckt durch die Sorgfalt, die jedem Detail gewidmet wurde, sodass die biblischen Gestalten lebendig und lebensnah wirken. Die reiche Fantasie der Künstler zeigt sich in folkloristischen Elementen (Erzengel, die in Hörner blasen, typische Instrumente der Hirten im Gebirge).
Die Innenmalereien stammen größtenteils aus der Zeit Stefans des Großen. Besonders auffällig sind die Darstellungen des Letzten Abendmahls, der Fußwaschung, der Kommunion der Apostel, des Passionszyklus und das Stifterbild des Fürsten Stefan der Große.
Die Architektur des Klosters ist typisch für den moldauischen Stil und weist byzantinische Merkmale auf (Aufteilung in Altarraum, Naos und Pronaos, Gewölbesystem) ebenso wie gotische (Höhe der Kirche, Steinmetzarbeiten, spitzbogige Einfassungen von Türen und Fenstern). Das Kloster Voroneț gehört zu den wenigen Bauten der religiösen Architektur in der Bukowina, die ihre ursprüngliche Form weitgehend bewahrt haben.
Das klösterliche Leben wird von einer Gruppe von Nonnen aufrechterhalten, nachdem das Gotteshaus lange Zeit der kommunistischen Unterdrückung ausgesetzt war. Das Kloster kann das ganze Jahr über besichtigt werden. Wenn Sie sich für die warme Jahreszeit entscheiden, können Sie sich außerdem am kräftigen Grün der Gegend und an den Blumen erfreuen, die von den Nonnen mit viel Sorgfalt gepflegt werden.